19,8 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren im Landkreis Goslar – das sind immerhin 3807 Kinder[Stand: Jan. 2007] – erhalten Leistungen nach SGB II – Grundsicherung für Arbeitsuchende (genauere Zahlen hier). Das bedeutet 207 Euro für einen Monat für Nahrung, Kleidung, medizinische Produkte bis hin zu Kino, Beitrag für den Sportverein, Klassenfahrten, Taschengeld und, und, und. Sonderzahlungen für Sommer- oder Winterkleidung entfallen seit Inkrafttreten der Hartz-IV-Gesetze im Januar 2005. Eine minimalegesellschaftliche Teilhabe ist hiermit nicht mehr gedeckt.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband untersucht in seiner Studie „Zu wenig für zu viele“ die Auswirkungen des SGB II und macht deutlich, dass insbesondere Kinder eindeutig als Verlierer von Hartz IV angesehen werden müssen.
Lebten Ende 2004 laut offizieller Sozialhilfestatistik bundesweit knapp eine Million Kinder von Sozialhilfe, so hat sich diese Zahl durch das Hartz-IV-Gesetz auf über 1,5 Millionen erhöht.
Das „Netzwerk für soziale Gerechtigkeit“ wurde von Kirchen, Initiativen, Wohlfahrtsverbänden und dem Deutschen Gewerkschaftsbund gegründet, um gegen die negativen Folgen der Hartz-Gesetze aktiv zu werden. Ein Arbeitsschwerpunkt im Jahr 2006 ist die Kinderarmut.
Die Auswirkungen sind schon heute deutlich zu spüren, wie der Kinderschutzbund an der verstärkten Nachfrage nach Gutscheinen für Schuhe, finanziellen Direkthilfen und anderem feststellt. Verschiedene andere Organisationen haben wahrgenommen, dass alle Veranstaltungen für Kinder, bei denen Speisen angeboten werden, überdurchschnittlich gut besucht sind.
An einem Strang ziehen mit uns etliche Organisationen, die sich mit Kindern und deren Alltag befassen. Kinderschutzbund, Stadtjugendpflege, „Erik“ (Eltern für ein regionales Integrationskonzept), Frauenzentrum, Diakonisches Werk, BISS (Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt), DGB und andere.Auf der letzten Ausschusssitzung für Bildung, Jugend, Soziales und Sport wurde von der Vertreterin des Kinderschutzbundes Goslar, Heide Huwald-Poppe, angeregt, einen neuen Armutsbericht für die Stadt Goslar zu erstellen, um konkrete Zahlen zu erhalten und sich dadurch einen Überblick über die Lage der Kinder in Goslar zu verschaffen. Das Datenmaterial aus dem Vortrag zur Armut vom 26. März 2003 sei inzwischen hoffnungslos überholt.
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