Braunschweiger Zeitung / Goslarsche Zeitung vom 1. September 2007"Manche Familien hungern für den Schul-Besuch"
Landesarmutskonferenz: Arme Kinder benachteiligt
Von Cornelia Steiner
BRAUNSCHWEIG. Zuckertüte, Ranzen, Malkasten, Hefte und Stifte – rund 180 Euro kostet die Einschulung, schätzt der Deutsche Gewerkschaftsbund. Für viele Hartz-IV-Empfänger und Menschen mit geringem Einkommen ist diese Summe nicht tragbar.
Mehr als 200 000 Kinder in Niedersachsen leben von Hartz IV. Mit der Einschulung beginnen die Probleme dieser Kinder und ihrer Eltern: In den folgenden Schuljahren steigen die Ausgaben.
Im Hartz-IV-Regelsatz sind keine Ausgaben für Bildung oder Schule vorgesehen. Lediglich für Schreibwaren gibt es einen Posten über monatlich 2,73 Euro. Zuschüsse zahlen die Behörden nicht – die Betroffenen sollen zusätzliche Ausgaben ansparen, heißt es.
Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen warnt deswegen vor einer Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien. "Manche Familien hungern, damit sie das Notwendigste für die Schule bezahlen können", sagt Sprecher Horst-Peter Ludwigs. Betroffen seien keineswegs nur Kinder von Hartz-IV-Empfängern, sondern auch Kinder, deren Eltern arbeiten, aber kaum mehr verdienen.
"Einige dieser Kinder können allein aus finanziellen Gründen nicht auf die Realschule oder das Gymnasium gehen, weil dort die Ausgaben höher sind als auf der Hauptschule", kritisiert Ludwigs.
Für Schulbücher und mehrtägige Klassenfahrten zahlen Hartz-IV-Empfänger nichts, die übrigen Ausgaben müssen sie selbst tragen.
Samstag, 01.09.2007
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/7226391/menuid/2044