Die Kommunen sind pleite, Goslar
offenbar auch. Die Zeitung ist voll von Berichten über drastische
Sparpläne, "Giftlisten", Schließungs- und Privatisierungspläne
und Suchen nach Lösungen. Die Bürgerinnen und Bürger fragen
sich, wann das Theater, die Stadtteilbüchereien, Jugendzentren
geschlossen werden.
Der DGB-Ortsverband hat in drei
"Sozialgipfeln" am 09.09., 30.09. und 21.10.2003 interessierte betroffene
Gruppen an einen Tisch gebracht, um zu einem genaueren Bild über die
gegenwärtige Lage an der Sparfront und die Stimmung bei den Betroffenen
zu kommen. Dabei konzentrierte sich die Diskussion schnell auf einen konkreten
Punkt: die drohende Schließung der Stadtteilbüchereien durch
Austrocknen.
In diesem Zusammenhang sollten
wir uns über einige Punkte etwas mehr Klarheit verschaffen, als uns
die Presseberichte z.Z.vermitteln:
-
Angesichts der tatsächlichen
Größenordnung der Haushaltsmisere spricht nichts dafür,
dass mit noch so drastischen Einschnitten in die kommunale Daseinsvorsorge
die städtischen Finanzen zu sanieren sind.
-
Während allenthalben nach Kürzungs-
und Streichungsmöglichkeiten gesucht wird, werden gleichzeitig Unsummen
für mehr oder weniger sinnlose Projekte in den Teich gesetzt.
-
Die Finanzpolitiker von SPD, CDU,
FDP und Grünen lassen uns im Unklaren über die eigentlichen Zusammenhänge
der Haushaltskrise, die vor allem mit der Politik ihrer Parteigenossen
in Hannover und Berlin zu tun hat.
Wenn wir der Meinung sind, dass
hier die Dinge falsch laufen, sollten wir uns weder muckelnd zurücklehnen
("Da kann man ja doch nichts machen...") noch uns der Illusion hingeben,
die nächsten Wahlen würden hier etwas ändern. Die Devise
lautet:
Hinschauen-
Nachrechnen -
Organisieren-
Einmischen!
Wer etwas tun will, aber in den
Goslarer Ratsparteien keine Hoffnung mehr setzt, muss sich über mehrere
Dinge Gedanken machen:
-
Welche Bedeutung ist dem "Kein Geld"-Argument
beizumessen? Muss man aus Geldmangel alles hinnehmen?
-
Wie weit kann das Ehrenamtlichkeits-Prinzip
strapaziert werden? Sollen wir tatsächlich mehr oder weniger alles,
was bislang im Rahmen kommunaler Daseinsvorsorge organisiert und getragen
wurde, in Zukunft ehrenamtlich leisten?
-
Was ist noch möglich, wenn Ratsbeschlüsse
über unsere Argumente und unseren Willen hinweggehen?
Hier sind noch viele Diskussionen
zu führen, vor allem müssen die Dinge an die interessierte Öffentlichkeit.
Wir werden das Nötige dazu beitragen.
Es sollte aber auch Weiteres ins
Auge gefasst werden: In den letzten Jahren hat es in vielen Kommunen Initiativen
von Bürgerinnen und Bürgern gegeben, Stadträten bzw. Kreistagen
das Heft aus der Hand und ihre Belange in die eigenen Hände zu nehmen.
Dies ist auch in Niedersachsen über so genannte Bürgerbegehren
und ggf. Bürgerentscheide möglich.
Genaueres (samt Anleitungen) hierzu gibt es hier.
|